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Kurzbeschreibung
E-Learning kann begriffen werden als Lehren und Lernen, das mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologien neue Bildungsformen möglich macht. Im Kern betont E-Learning orts- und zeitunabhängige Lehr- und Lormen, fordert und fördert selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen. E-Learning vereint gleichermaßen medienpädagogische, informationstechnische, lernpsychologische und betriebswirtschaftliche Bestrebungen, digitale Medien in Lehr- und Lernprozessen zu nutzen. |
Ausführliche Darstellung

Selbstgesteuertes Lernen mit Multimedia
Mit denjenigen didaktischen Modellen, die sich auf dem Ideal des selbstgesteuerten Lernens stützen, greift E-Learning eine Lernform auf, die in wesentlichen Phasen des menschlichen Lebens bestimmend sind. Ähnlich wie Kinder sich neugiergeleitet die Welt erschließen, sind multimediale Selbstlernangebote (nicht nur) für den erwachsenen Lerner eine Variante sich genau die Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten anzueignen, die er für sein konkretes Bildungsziel als notwendig betrachtet.
Inbesondere in großen Unternehmen werden Lern- und Informationsangebote entwickelt, die den Mitarbeitern in einem elektronischen Firmennetz zur Verfügung gestellt werden. Einige Universitäten stellen ebenfalls bestimmte Studieninhalte ihren Studenten bereit, um in Kombination mit dem Literaturstudium und dem Vorlesungsbetrieb neue Lernformen zu ermöglichen. In der Öffentlichkeit treten unterschiedliche Anbieter von Lernmedien auf, die zu verschiedenen Themen Lernprogramme oder multimediale Lexika anpreisen. Nicht zuletzt stellt das weltweite Internet einen thematisch breiten Steinbruch dar, dessen Inhalte der Rohstoff und Ausgangspunkt für einen Selbstlerner bilden können.
Unabhängigkeit von Zeit und Raum: Virtuelle Seminare
Unter "virtuellen Seminaren" (auch engl.: virtual Classroom) werden sehr unterschiedliche Veranstaltungsformen zusammengefasst. Zum einen finden sich Formen, die als Anreicherung traditioneller Seminare beschrieben werden können. Das Potential technischer Möglichkeiten reicht hier vom einfachen E-Mail-Austausch der Lernenden bis hin zu komplexen Videokonferenzsystemen, die die räumlich verteilte Seminarteilnehmer auf dem Bildschirm zusammenführt und Lehrprozesse ähnlich des traditionellen Seminars abzubilden versuchen.
Eine andere Variante des virtuellen Seminars sind integrative Modelle, die oftmals als Online-Seminare bezeichnet werden. Charakteristisch für solche E-Learning-Formen sind methodische Elemente, die die Lernenden zu selbstgesteuerten, kooperativen, problem- und handlungsorientierten Lernen anregen. Die Kommunikation zwischen Teilnehmer und Lehrenden erfolgt meist per E-Mail und Diskussionforen, durch Einsendung von Aufgaben, in Form von Anregungen, usw.
Blended Learning: Integration von medialem und personalem Lernen
E-Learning-Varianten sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie in ein methodisches Rahmenkonzept eingebunden werden, die neben den multimedialen, computergestützten Lernformen auch traditionelle, personale Lehr- und Lernprozesse berücksichtigen. Präsenzseminare, Workshops, Coaching, Kollegiale Beratung, aber auch Studienbriefe oder Exkursionen können in Kombination zu E-Learning-Methoden eine didaktische Symbiose eingehen. Modelle, die E-Learning-Elemente mit klassischen Lehr- und Lernformen kombinieren werden "Blended Learning" genannt, der Begriff lässt sich vom englischen "Blender" (= Mixer) ableiten.
Arbeitsplatznahes Lernen und Wissensmanagement
Das Management von Wissen ist zu einem zentralen Thema für viele Unternehmen und Organisationen zu einem zentralen Thema geworden. Im Wettbewerb mit Gleichrangigen und zur strategischen Weiterentwicklung bilden E-Learning-Systeme eine Möglichkeit, Wissen zu objektivieren, zu erwerben, zu entwickeln, zu teilen und zu verteilen, nutzen, zu bewahren und zu bewerten. Mit Wissen wird dabei mehr verstanden als Daten und (Text-)Information, vielmehr versuchen durchdachte virtuelle Kommunikationssysteme Personen miteinander schnell in Verbindung zu bringen, um deren Praxiserfahrungen zusammen mit fachlichem Expertenwissen zielorientiert auszutauschen.
Weitere Informationen: Keynote "Wissensmanagement"
Kooperatives und kommunikatives Lernen: Learning Communities
Im Umfeld von Bildungsprozessen haben sogenannte "Learning Communities" ein methodische Form geschaffen, entgegen dem Vorurteil des "vereinsamten Lerners" beim E-Learning stark kommunikative und kooperative Sozialformen zu realisieren. Mitglieder einer solchen Lerngemeinschaft können Studierende, Dozenten, Wissenschaftlicher, Praxisexperten, Bürger oder allgemein thematische Interessierte sein. Meist fördern solche Gemeinschaften in Form von Online-Chats oder Diskussionsforen den Wissensaustausch untereinander und geben schnelle und unbürokratische Hilfestellung bei spezifischen Fragestellungen bzw. Problemen.
Weitere Informationen zu verschiedenen gruppendynamischen Prozessen in Online-Gemeinschaften:Artikel "Sozialformen für E-Learning" (pdf-Dokument)
Allgemein betrachtet bewegt sich der Gestaltungsspielraum von E-Learning-Szenarios in einem weiteren Feld mit zum Teil gegensätzlichen Polen:
E-Learning ist lokal oder verteilt, d. h. Lerninhalte werden entweder unabhängig und getrennt von anderen Quellen und Lernpartnern dargeboten (offline) oder bewusst miteinander verbunden (online);
E-Learning ist individuell oder kollaborativ, d. h. Lehr-/Lernprozesse werden sowohl vom einzelnen Lerner, als auch von Lerngruppen und in Massen von Lernenden in einem gemeinschaftlichen Prozess ausgeübt;
E-Learning ist synchron oder asynchron, d. h. mit der Loslösung von Raum und Zeit werden völlig neue Lehr- und Lernszenarios denkbar;
E-Learning ist personal oder organisational, d. h. elektronische Medien unterstützen sowohl die im Lehr-/Lernprozess stehenden Menschen als auch ein personenverbindendes System, z. B. eine Firma, einen Verein, eine Gruppe, usw.;
E-Learning ist reaktiv oder interaktiv, d. h. Lerninhalte werden ohne eigenes Tun passiv rezipiert oder durch interaktives Vorgehen vermittelt.
Benachbarte Aktionsfelder zum E-Learning v. a. im betrieblichen Umfeld sind die lernende Organisation, Wissensmanagement, projektorientierte Teamarbeit sowie Personalentwicklung (E-HRM).
Vielfach wird E-Learning verkürzt verstanden als eine Lernform, die mittels elektronisches Medien personale Lernformen kompensieren, Lernen standardisieren und Bildungsprojekte objektivieren und damit in monetären Werten beschreibbar machen soll. Didaktisch verantwortungsbewusste und nachhaltiges E-Learning-Projekte verweisen jedoch darauf, dass die Technologien mit dem Lernprozess selbst unmittelbar verbunden sein müssen und nicht nur rudimentäre Hilfsmittel darstellen können.
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Literatur
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Bursian, O.; Bendel, O.; Isler, A.; Martin, G.; Leithner, B.; Keller, M.; Back, A. (2001): Lernen mit elektronischen Medien. Projekt E-Learning der UBS AG, Zürich. Arbeitsbericht des Learning Center der Universität St. Gallen 1/2001. Universität St. Gallen:
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Allgemein |
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Kerres, Michael (2001): Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. München u. a.: Oldenbourg. ISBN 3-486-25055-8. 400 Seiten. 39,80 EUR: Aus dem Inhalt: Medien und Didaktik; Ansätze mediengestützten Lernens; Konzeption medialer Lernangebote; Entwicklung medialer Lernangebote; Leitfaden |
Einführung/Grundlagen |
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Bruns, Beate; Gajewski, Petra (2001): Multimediales Lernen im Netz. Leitfaden für Entscheider und Planer. 3.Auflage. Hamburg: Springer. ISBN 3-540-65428-3. 257 Seiten. 40,39 EUR: Aus dem Inhalt: Didaktisch-methodisches Design; Mediales Design; Hard- und Software für multimediales Lernen im Netz; Konzeption und Realisierung der Lehr-/Lernumgebung; Integration in das Unternehmen; Glossar |
Einführung/praxisnah |
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Friedrich, Felix F.; Eigler, Gunther; Mandl, Heinz; Schnotz, Wolfgang; Schott, Franz; Seel, Norbert M. (Hrsg.) (1997): Multimediale Lernumgebungen in der betrieblichen Weiterbildung. Gestaltung, Lernstrategien und Qualitätssicherung. Neuwied: Luchterhand.: Aus dem Inhalt: Planung von Weiterbildung mit multimedialen Lernumgebungen; Die didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen; Strategien für das Lernen mit Medien; Qualitätssicherung bei multimedialen Lernumgebungen |
Grundlagen/Kompendium |
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Hohenstein, Andreas; Wilbers, Karl (2002, Hrsg.): Handbuch E-Learning. Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis - Strategien, Instrumente, Fallstudien. Loseblattwerk, ca. 800 Seiten. Köln: DWD-Verlag. ISBN: 3-87156-298-X. 74,00 EUR: Unter der Führung von Karl Wilbers veröffentlich namhafte Wissenschaftler und Experten der E-Learning-Szene aktuelle Befunde und Lösungsansätze zu Fragestellungen. Das Handbuch überzeugt besonders durch seine systematische Kombination von wissenschaftlich-fundierten Artikeln mit Anwendungsbeispielen aus Universität, Firmen und von freien Trainern. |
Grundlagen/Kompendium |
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Seufert, Sabine; Mayr, Peter (2002): Fachlexikon e-learning. Wegweiser durch das e-Vokabular. Bonn: managerSeminare Gerhard May Verlags GmbH. 143 Seiten, ISBN 3-931488-64-0: Dr. Sabine und Seufert und Peter Mayr haben am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen ein Lexikon geschaffen, dass alle wichtigen Begriffe aus der technologiegeprägten Welt des medienbasierten Lehrens und Lernens aufgreift und (nicht nur) für Einsteiger in die Thematik verständlich erklärt. |
Überblick |
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Internet-Links
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Edulinks
http://www.edulinks.de
Hier präsentiert sich ein Portal rund ums Thema "E-Learning" |
Linklisten |
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Global Learning
http://www.global-learning.de
Themen- und Verkaufsportal der Deutschen Telekom (T-Online) zu E-Learning-Anbietern und aktuellen Diskussionen. |
Unternehmen |
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Experten
Michael Kerres, Gerhard-Mercator Universität Duisburg,
Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement
Karl Wilbers, Dozent für Educational Management und Wirtschaftspädagogik an der Universität St. Gallen
Ulrich Iberer (Info) |
Praxisbeispiel
Praxisbeispiel 1:
Die Teilnehmer eines Weiterbildungsseminars lernen sich bereits im Vorfeld durch Kennenlernmethoden über eine virtuelle Lernplattform kennen. Der Dozent erklärt hier außerdem den Inhalt des Seminars, so dass sich die Teilnehmer(innen) mit eigenem Lerntempo und entsprechend ihren Interessen in das Thema einarbeiten können.
Praxisbeispiel 2:
Im Seminar "Neue Medien im Studium: Lernstrategien und Arbeitstechniken" arbeiteten die Teilnehmenden über eine virtuelle Lernplattform auch zwischen den Präsenzterminen in Kleingruppen an Arbeitsaufgaben. Die Ergebnisse wurden abschließend in einer Seminar-CD-ROM zusammengefasst.
Seminarleiter: PD Dr. Ulrich Müller |
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17.01.2001 - Ulrich Iberer
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