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Moderationsmethode
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So gehts So geht's: Praxisbeispiel | Leitfaden

Kurzbeschreibung
Die Moderationsmethode ist ein Hilfsmittel für die non-direktive Prozesssteuerung von Gruppenaktivitäten zur


- Problemanalyse


- Problemfindung


- Vorbereitung von Entscheidungen.

Ausführliche Darstellung
Diese Methode ist keine Belehrung, sondern Arbeit mit den Kompetenzen der Betroffenen. Sie arbeitet nicht über die Köpfe der Menschen hinweg, sondern macht Betroffene zu Beteiligten. Im Visier stehen gemeinsame Problemlösung, konsequente Visualisierung von Arbeitsschritten und Ergebnissen. Daraus ergeben sich eine höhere Qualität der Ergebnisse, das Lösungspotenzial der Gruppe wird genutzt und eine höhere Akzeptanz bei den Beteiligten wird erreicht.





Herkunft


Hintergrund:


Soziale Aufbruchsbewegung am Ende der sechziger Jahre, Jugendproteste gegen den Vietnamkrieg, gegen die Unterdrückung der Völker in der dritten Welt, Studentenunruhen, Aufstand gegen Entmündigung an Schulen, Universitäten, Politik, am Arbeitsplatz. Forderung nach Mitspreche, Mitbestimmung, Mitverantwortung.


Folge der Einführung demokratischer Strukturen in vielen Organisationen und Projekten: Immer mehr Menschen mußten mit immer mehr anderen Menschen über immer mehr Angelegenheiten reden. Daraus resultierten Kommunikationsprobleme: alle reden zu lange, manche besonders zu lange, zu viele und zu lange Sitzungen, aneinander vorbeireden, es kommt nichts dabei heraus... In diesem Zusammenhang wurde die Moderationsmethode entwickelt, als Handwerk und Kunst zur Verbesserung der menschlichen Kommunikation.





Humanistischer Hintergrund: In einer immer mehr entfremdeten, total verwalteten, industrialisierten Welt wieder etwas menschlicher miteinander umgehen, mit sich und anderen in Kontakt treten.


Parallel dazu vollzogen sich wichtige Entwicklungen in der Arbeitswelt: Wegrationalisierung von Einfacharbeitsplätzen, immer höhere Anforderungen an die Mitarbeiter, Notwendigkeit von Schlüsselqualifikationen wie: ganzheitliches Denken, Innovation und Kreativität, Kommunikation und soziale Kompetenz, Mitverantwortung, Mitdenken. Miteinander sprechen wird zum zentralen Inhalt menschlicher Arbeit! Menschen müssen lernen, vernünftig und effektiv rniteinander zu kommunizieren. Moderationsmethode wird in der Wirtschaft "entdeckt" und hat sich hier in den letzten 15 Jahren rapide verbreitet.





Zentrale Elemente:


- Arbeit nach einer bestimmten Methodik


- Verwendung spezifischer Hilfsmittel


- Spezifische Grundhaltung des Moderators





Methoden:


(Erläuterung und weitere Beispiele sh. Literatur)





- Erwartungsabfrage


- Stimmungsbarometer


- Kartenabfrage


- Zurufabfrage


- Ein-Punkt-Abfrage (gleitende u. ge- stufte Skala, Koordinatenfeld)


- Mehr-Punkt-Abfrage


- Themenspeicher


- Problem-Analyse-Schema


- Ursache-Wirkungs-Diagramm


- Netzbild


- Ablaufplan


- Matrix


- Maßnahmenplan





Rolle des Moderators:


- hilft der Gruppe, eigenverantwortlich zu arbeiten und Lösungen für ihre Fragen und Probleme zu finden


- Spezialist für Methoden, nicht für Inhalte


- Entwicklungshelfer


- Gesprächshelfer


- fragende Grundhaltung


- Glaube an Kompetenz der Gruppe





Voraussetzungen


- Sachkompetenz der Teilnehmer


- Aktionsbereitschaft der Gruppe


- Kooperatives Lern- und Arbeitsklima


- Leitung durch Gesprächshelfer


- Geeignete Rahmenbedingungen
Literatur
Klebert, K.; Schrader, E.; Straub, W. G. (1980): ModerationsMethode. Geiselbullach: Preisinger:
Das Standardwerk für Moderatoren von den "Erfindern" der Methode. Umfassend und ausführlich werden sowohl die Hintergründe der Methode beschrieben, die Anforderungen des Moderators, aber auch die ganze Palette der Methoden, Techniken, Medien, usw. Mit vie
Grundlagen
Klebert, K.; Schrader, E.; Straub, W. G. (1987): KurzModeration. Hamburg: Windmühle:
Von demselben Autoren eine kürzere (und wesentlich billigere) Darstellung der Methode. Für den ersten Einstieg hervorragend geeignet.
Grundlagen
Internet-Links
Internetlink Moderationsmethode "kompakt" erklärt
http://www.fh-friedberg.de/users/goetz/index.htm
Der Diplom-Chemiker und Prof. Dr. phil. nat. Peter H. Götz zeigt seinen Studenten anhand eines kleines Lernprogramms die wesentlichen Elemente der Moderationsmethode (Link "Moderationsmethode")
Allgemeines
Internetlink ManagementWisssen online
http://www.mwonline.de/
Auf diesen sehr umfangreichen und informativen Seiten findet sich unter "Ideenfabrik" "Moderation" eine Sammlung von vielen hilfreichen Methoden und Techniken für die Moderation.
Praxisbeispiele
Internetlink Moderationsmethode im Unterricht
http://rzserv2.fh-lueneburg.de/u1/gym03/homepage/faecher/deutsch/parzival.htm
... ein konkretes Beispiel für den Einsatz der Methode in der Schule: Parzival im fächerübergreifenden Unterricht Deutsch-Geschichte
Praxisbeispiele
Internetlink Pinking
http://www.pinking.de
Pin-King ist eine Software zur Planung von Moderationen. Unter der Internet-Präsenz finden Sie u.a. ein Demo-Handbuch und eine Demo-Version zum Download.
Software
Internetlink Metaplan GmbH
http://www.metaplan.de/
Auf den Seiten von Metaplan finden Sie u.a. interessante Beispiele für den Einsatz der Moderationsmethode. Metaplan ist eine der führenden Firmen, die qualifizierte Publikationen und Fortbildungen zur Moderationsmethode anbietet.
Unternehmen
Internetlink Nitor GmbH
http://www.nitor.de/
Ein weiterer Anbieter von Moderationsmaterial und Seminaren zur Methode.
Unternehmen
Experten
Schnelle, Wolfgang; E-mail: WolfgangSchnelle@metaplan.com


Heinz Lehmeier


Ulrich Müller
Praxisbeispiel
Gemeinsame Zielvereinbarung für ein EDV-Projekt in einem Unternehmen


Teilnehmer: 5 Vertreter aus den betroffenen Fachabteilungen, 2 Mitarbeiter der EDV-Abteilung


Moderatoren: der Projektleiter und ein Mitarbeiter der Organisationsentwicklung


Ziel: In der ersten Sitzung der Projektgruppe sollen die Ziele des Projekts geklärt und das weitere Vorgehen gemeinsam geplant werden.


Ablauf:


- Begrüßung, Vorstellungsrunde (Name, Funktion, Bezug am Projekt, ...)


- 1-Punkt-Frage: "Mit Projektarbeit habe ich in diesem Unternehmen (sehr gute, gute, weniger gute, schlechte, keine) Erfahrungen gemacht.


- Informationen über die Vorgeschichte und Stand des Projekts


- Kartenfrage: "Über welche Probleme/Fragen müssen wir im Zusammenhang mit dem Projekt sprechen?- Themenspeicher erstellen


- Bewertungsfrage: "Welche Themen sollten zuerst behandelt werden?"- Plenumsdiskussion in der Reihenfolge der Themenbewertung. Visualisierung der Ergebnisse


- Erstellen eines Tätigkeitskataloges: "Was müssen wir bis zur nächsten Sitzung erledigen?"- Auswertung: 1-Punkt-Frage: "Wenn ich an dieses Projekt denke geht es mir ... (-,+)


Dieses und weitere Beispiele können Sie ausführlich nachlesen in dem Buch "Kurzmoderation" (siehe Literatur)
Leitfaden
Vorbereitung:


- Zielgruppe: Wer? Woher? Zusammensetzung, Interessen, Vorkenntnisse, Einstellungen zum Thema, Erfahrungen mit der Methode, mögliche Schwierigkeiten?


- Methodische Vorbereitung: Moderationsplan, Visualisierungen


- Inhaltliche Vorbereitungen: Auseinandersetzung mit dem Thema


- Persönliche Vorbereitung: eigene Einstellung, Fitness-Form


- Rahmenbedingungen, Organisation








Durchführung:


1. Begrüßung - Kennenlernen - Anwärmen


2. Problembezug herstellen - Ziele, Erwartungen und Vorbehalte klären


3. Probleme/Themen sammeln


4. Probleme/Themen auswählen


5. Probleme bearbeiten


6. Ergebnisse sichern


7. Abschluss - Auswertung Nachbereitung
Autoren 20.01.2001 - Ulrich Müller
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