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Open Space
Lexikon Lexikon: Kurzbeschreibung | ausführliche Darstellung | Internet-Links | Experten
So gehts So geht's: Praxisbeispiel

Kurzbeschreibung
"Die Open Space Techonologie (OST) ist eine Großgruppenintervention nach dem Selbstorganisationsprinzip - für etwa zehn bis zu mehr als tausend Personen. Durch einfache Regeln und das gemeinsame Erstellen der Veranstaltungsagenda" (Ebeling, 1994) bietet die OST Interessengemeinschaften genügend Platz, um mannigfaltige Lösungen für komplexe Probleme zu erarbeiten. Die zugestandenen Freiheiten übertragen jedem einzelnen Teilnehmer die Verantwortung für sich und das Ganze. Dadurch werden die Ressourcen jedes Einzelnen geweckt und neue, kooperative Prozesse initiiert.

Ausführliche Darstellung
Die Open Space Technologie (OST) wurde Anfang der 80er Jahre von Harrison Owen, zusammen mit einigen Kollegen, in den USA entwickelt. Seit der Mitte der 80er Jahre breitet sich Open Space, ausgehend von den USA, weltweit aus und wird vor allem für "kritische, komplexe Zukunftsthemen in Kommunen, im Gesundheitswesen, in sozialen und betrieblichen Organisationen genutzt" (Ebeling, 1994).


Die OST bietet die Möglichkeit Personengruppen, die auf unterschiedliche Weise mit einem Thema verbunden sind, zu sich selbst steuernden Gemeinschaften zu transformieren. In diesem Sinne ist die OST ein Transformationsverfahren, das den Methoden des "Community Building" zugerechnet werden kann.


Der inhaltliche Rahmen wird durch das Leitthema gesetzt, das aber ausreichend Platz für Mit- und Ausgestaltung lassen muss. "Die durch das Konferenzthema angesprochenen TeilnehmerInnen können sie bewegende Fragen, Ideen, Handlungsimpulse als Workshopangebot einbringen, indem sie ihren Beitrag persönlich in der großen Runde bekanntgeben. Dafür benutzen sie große Ankündigungsblätter, versehen diese mit ihrem Namen und befestigen sie an einer vorbereiteten Agendawand. Dort ergänzen sie die erforderlichen Angaben zur Uhrzeit und zum Raum. In ungezwungener Weise kreieren die TeilnehmerInnen so ihre eigene Konferenzagenda und schaffen die Basis für den selbstgeregelten Ablauf der Veranstaltung" (Ebeling, 1994). Im weiteren Verlauf der Veranstaltung besteht jederzeit die Möglichkeit, Veränderungen oder Ergänzungen im Ablaufplan unterzubringen.


Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Angefangen bei Unternehmen, über soziale, kommunale Institutionen, bis hin zu Parteien, Krankenkassen oder Verbänden kann die Open Space Technologie zur Lösung von themenorientierten Zukunftsfragen beitragen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass den Teilnehmern auch die notwendige Freiheit gewährt wird, neue Ideen und kreative Ansätze zu diskutieren und in die Realität umzusetzen. Außerdem dürfen unter keinen Umständen die Meinungsbildung oder Lösungsansätze von Autoritäten oder vorgegebenen, erwarteten Lösungen eingeengt werden. Es gibt keine fertigen Antworten für das anstehende Problem. Nur die Gemeinschaft aller betroffenen Personen kann eine akzeptable Lösung finden.


Zur Durchführung einer Open Space Veranstaltung ist es notwendig, einen Facilitator zu bestimmen, der mit Großgruppenprozessen und vor allem mit der Open Space Technologie vertraut ist. Der Facilitator ist eher mit Nebensächlichem beschäftigt, was für manche anfangs irritierend wirkt. Er ist für den Rahmenablauf der Veranstaltung verantwortlich und gibt nur sehr wenige erläuternde oder aufmunternde Beiträge ab.


"Zu Beginn der Veranstaltung erläutert der Facilitator die Regeln. Die Regeln sind:


· Jede/r hier ist die richtige Person.


· Was auch immer geschieht - es ist das einzige, was geschehen konnte.


· Wenn es anfängt, ist es die richtige Zeit.


· Wenn es vorbei ist, ist es vorbei" (Ebeling, 1994).


Des weiteren besteht ein elementares Gesetz, das "Gesetz der zwei Füße". "Gehe mit deinen Füßen dorthin, wohin dein Gefühl dich trägt. Wenn du meinst, in der verkehrten Veranstaltung zu sein, steh auf und geh. Wenn du spazieren gehen musst, um nachzudenken, tu es. Wenn du überall nur mal kurz hinein schauen möchtest, wer sollte dich hindern? Kriterium jeder Entscheidung sollte sein: Wo kann ich etwas beitragen oder lernen?

Die Abstimmung mit den Füßen konsequent zu akzeptieren, ist für viele Menschen - vor allem für Autoritätspersonen - sehr schwer. Auch die provokante Kürze, ja beinahe Banalität der Regeln wird oft erst in der Erfahrung wirklich verstanden" (Ebeling, 1994).

Weitere Informationen: Großgruppenverfahren im Überblick (pdf-Dokument, 34 kB)
Internet-Links
Internetlink Open-Space. Neue Tagungsmethode für Großgruppen.
http://www.benachteiligtenfoerderung.de/openspace.htm
Klaus Rogge,Open-Space-Experte und Moderator auf der BundesteamerInnenkonferenz, äußert sich zur Open-Space-Technologie, Selbstorganisation und zum Klima des kreativen Lernens.
Allgemeines
Internetlink PRO REGIO e. V. - Regionalentwicklung und Projektberatung
http://www.proregio-ev.de/index.html
pro regio führt Maßnahmen zur Regionalentwicklung wie Strukturanalysen, Projektentwicklungen, Binnenmarketing, Beratungen und Veranstaltungen (Open Space, Zukunftswerkstatt) durch. pro regio zeigt Wege zum Auf- und Ausbau nachhaltiger ökonomischer, ökolog
Allgemeines
Internetlink Arbeitsmaterialien und Beispiele zu Open Space von Michael Pannwitz
http://www.michaelmpannwitz.de
Sehr gut organisierte Seite mit Arbeitsmaterialien, Beispieltexten und Verlaufsplänen für Open-Space-Szenarios, z. T. auch in russisch und ungarisch
Praxisbeispiele
Internetlink Weinreich Unternehmensberatung GmbH
http://www.weinreich.com/
Kurze, ,einführende Darstellung der Open Space Methode und Angebot zur Durchführung von Open Space Veranstaltungen.
Unternehmen
Internetlink Institut für Synergie und soziale Innovationen
http://www.isi-partner.de
Das Institut für Synergie und soziale Innovationen ist ein Ausbildungs- und Forschungsinstitut, das sich die Erforschung und Verbreitung von Verfahren der Zukunftsmoderation zum Ziel gesetzt hat.
Unternehmen
Internetlink Großgruppenmoderation
http://www.uni-kassel.de/fb1/burow/Startseite.html
Prof. A. O. Burow befasst sich mit innovativen Formen der Großgruppenmoderation. Seine Homepage enthält Texte, Links und Literatur u.a. zur Zukunftswerkstatt und zu Open Space
Wissenschaftliche Beiträge
Experten
Ebeling, Ingrid


Owen, Harrison


Rogge, Klaus
Praxisbeispiel
Spielmobilkongress 2000
Autoren 14.07.2003 - Reiner Wölfel
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