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Kurzbeschreibung
Lerninsel sind eine Qualifizierungs- und Lernform inmitten der Arbeit. In Lerninseln werden reale Arbeitsaufgaben in Gruppenarbeit weitgehend selbständig bearbeitet, wobei es sich um die gleichen Arbeitsaufgaben handelt, wie sie auch im Lerninselumfeld wahrgenommen werden. Im Unterschied zum Arbeitsumfeld steht aber mehr Zeit zur Verfügung, um die angestrebten Qualifizierungs- und Lernprozesse durchführen zu können. Die Lernprozesse zeichnen sich durch die Integration von Erfahrungslernen und intentionalem Lernen aus. Lernen wird als aktiv-konstruktiver Prozeß verstanden, der das Arbeitshandeln begleitet (vgl. Dehnbostel, 1994, S.1) |
Ausführliche Darstellung
Im Zuge der betrieblichen Reorganisations- und Umstrukturierungsmaßnahmen Anfang der 90 er Jahre wurden auch Lerninseln als zukunftsorientierte Lernform in vielen Groß- und Mittelbetrieben eingeführt und erfuhren innerhalb weniger Jahre eine starke Verbreitung und Differenzierung. Dabei ging es vor allem um die Entwicklung neuer Lern-Arbeits-Modelle und deren Erprobung in der betrieblichen Praxis. Mittlerweile bestehen Lerninseln in über 50 Unternehmen. Dies ist vor allem auf die Qualität der Qualifizierung bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit zurückzuführen.
Abgesehen von einzelnen Lerninsel-Varianten, die sich nach Arbeits- und Produktionsbereichen, nach Arbeitsaufgaben, etc. unterscheiden lassen, gibt es fünf allgemeine Merkmale:
1. "Lerninseln sind mit Lernausstattungen angereicherte Arbeitsplätze, in denen reale Arbeitsaufgaben bearbeitet werden und eine Qualifizierung stattfindet;
2. Die Arbeitsaufgaben genügen den Kriterien ganzheitlicher Arbeit, sie bieten durch Komplexität, Problemhaltigkeit und Variantenreichtum gute Möglichkeiten zum Lernen;
3. In der Lerninsel wird in der Gruppe gearbeitet, wobei diese Organisationsform nach den Prinzipien teilautonomer Gruppenarbeit strukturiert ist;
4. Lerninseln werden von einer Fachkraft der jeweiligen Betriebsabteilung betreut, der vorrangig die Rolle eines Prozeß- und Entwicklungsbegleiters zukommt und die arbeits- und berufspädagogisch qualifiziert ist;
5. Lerninseln sollen auch als Innovationsstätten im Arbeitsprozeß fungieren, vor allem für Innovationen in arbeitsorganisatorischen, sozialen und methodischen Bereichen" (Dehnbostel, 1994, S.1f).
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Internet-Links
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Tipps
Die Einrichtung von Lerninseln verläuft in fünf Phasen:
1. "Durchführung von Arbeitsprozessanalysen, um die Qualifikationsanforderungen und die technisch-organisatorischen Bedingungen zur Bearbeitung von Arbeitsaufgaben herauszufinden.
2. Auswahl des Lernorts Lerninsel unter dem Gesichtpunkt der zuvor vorgenommenen Analysen und unter dem Gesichtspunkt der Qualität der Qualifizierung.
3. Auswahl von Maschinen und Anlagen sowie Auswahl und Qualifizierung der Lerninselbegleiter, die als Fachkräfte der Abteilung vor allem arbeits- und betriebspädagogisch zu qualifizieren sind.
4. Festlegung von Lernzielen auf der Grundlage der Arbeits- und Lerninfrastruktur in der Lerninsel sowie der Eingangsvoraussetzungen der Lernenden.
5. Planung der Gruppenarbeit in der Lerninsel, Festlegung des Rotationsmodells, Durchführung der Qualitätssicherung und Evaluation der Prozesse sowie der Arbeitsergebnisse.
Die Lernumgebung wird darüber hinaus durch lerntheoretisch und methodisch begründete Vorgehensweisen gestaltet" (Dehnbostel, 1994, S.4).
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08.03.2001 - Marliese Thaler / Reiner Wölfel
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